Zusammenbau des Transceivers "QRP-MINI"


Diese Seite zeigt eine erprobte Reihenfolge beim Zusammenbau von Transceiverbausätzen der "QRP-MINI" Serie. Anhand von Fotos und speziellen Hinweisen wird auf häufig auftauchende Fragen zu Konstruktionsdetails eingegangen.
Weil es mir allerdings aus Platz- und Zeitgründen nicht möglich ist jeden Schritt ausführlich zu erklären, bitte ich diese Abfolge nicht allzu dogmatisch zu betrachten. Bekanntlich führen viele Wege zum Ziel und sollten zusätzlich noch Fragen auftreten, stehe ich gern per E-Mail bzw. telefonisch zur Verfügung.

Der QRP-MINI ist inzwischen durch die Nachfolgeversion - QRP MINI-II - abgelöst worden.

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Der Bausatz wird komplett vormontiert geliefert. Vor dem Bestücken sind deshalb folgende Schritte erforderlich:

QRP-MINI

Damit ist der erste Teil schon geschafft. Achtung ! Bewahren Sie die Schrauben und Kleinteile sorgfältig auf, und legen Sie die Gehäuseteile, Fronteinheit, Kabelbaum und VFO erst einmal beiseite.

Welche Platinen Sie zuerst bestücken, ist prinzipiell egal. Verfahren Sie nach der Bauanleitung und vergessen Sie zum Schluß die Sichtkontrolle nicht. Nehmen Sie sich ruhig etwas Zeit, Bausatzaufbau ist keine Akkordarbeit.

Vorbereitung der Hauptplatine für den Einbau

Die Hauptplatine ist entsprechend der Bauanleitung zu verdrahten. Ganz wichtig sind die Anschlußkabel für den NF-Ausgang und Mikrofoneingang, denn nach der Montage der Gehäuseseitenteile sind diese Lötaugen durch die Stege verdeckt. Die Länge der Kabel sollte ca. 7 bis 8 cm betragen - kürzen kann man immer...
Die anderen Lötaugen sind auch nach dem Anbringen der Seitenteile gut zugänglich, trotzdem sollte die Vorverdrahtung - soweit als möglich - jetzt erfolgen.

Die MOS-Endstufe

Seit Anfang 2009 wird der QRP-MINI mit einer neu überarbeiteten PA ausgeliefert. Diese PA ist mit HF-MOSFET vom Typ RD16HHF1 bestückt. Dabei ist gegenüber den bisher eingesetzten - und mittlerweile kaum noch erhältlichen - Bipolartransistoren folgendes zu beachten:

PA-Platine1 PA-Platine2

Die PA ist wie bisher auf zwei kleinen Platinen untergebracht, die an der Rückwand befestigt sind. Auf den Fotos sind die fertig bestückten Platinen zu sehen.
Die Bestückung wurde außerdem dahingehend optimiert, daß jetzt das Bandfilter F6 auf der Hauptplatine auch bei zusammengebautem Gerät frei zugänglich ist. Im Auslieferungszustand sind alle Transistoren und der Hauptübertrager bereits eingebaut.

Gut erkennbar sind die Trimmer für die Einstellung des Ruhestromes und die beiden als Temperaturfühler genutzten PNP-Transistoren an der Stirnseite des Kühlkörpers. Im Gegensatz zur alten Version sind nun alle drei Übertrager auf der Platine 2 untergebracht. Das verbessert die HF-Eigenschaften erheblich.

Schaltung der Endstufe PA-Platine2

Wichtige Montagehinweise: Die PA-Platine 2 wird mit zwei Sechskantbolzen an der Gehäuserückwand befestigt. Beim Zusammenbau ist darauf zu achten, daß zwischen der Transistorkühlfläche und den Bolzen je eine Unterlegscheibe eingefügt wird.
Die U-Scheibe ist auf dem Foto rot, die Drainfläche des RD16 grün markiert (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Eine weitere wichtige Sache ist noch die Glimmerscheibe unter T 01 - bitte nicht vergessen ! Die Verwendung von Silikonfett sollte - falls überhaupt - nur sehr sparsam erfolgen. Durch die direkte Auflage der PA-Transistoren ist bereits ein sehr guter Wärmekontakt gegeben.

PA-Platine1

Beim Einbau der PA-Platine 1 ist zu beachten, daß die M4-Unterlegscheiben für die Schraubbuchsen zwischen Platine und Kunststoffteil der Buchse gelegt werden - so wie auf dem Foto dargestellt.

Die Kontaktgabe ist damit ausreichend. Wer möchte kann die Auflageflächen vorher noch leicht (!) verzinnen oder M4 Federringe unter die Muttern legen. Ein Verlöten der Muttern mit der Platine sollte unbedingt unterbleiben.

Vorbereitung der Rückwand für den Einbau

Zuerst sind zwei Stückchen Koaxkabel RG174 von je 4 und 9 cm Gesamtlänge sorgfältig vorzubereiten. Wie man das machen kann, ist beispielsweise hier zu sehen.
Anschließend wird das kurze Stück an der PA-Platine 2 gemäß Bestückungsplan angelötet. Es dient als HF-Verbindungskabel zur PA-Platine 1 (Antennenrelais). Hinzu kommt gleich noch das Kabel für die Betriebsspannung - rote Litze ca. 5 bis 6 cm Länge.
Rueckwand01 So vorbereitet kann die Endstufe auf dem Kühlkörper montiert (Glimmerscheibe bei T 01 nicht vergessen) und dieser schließlich mit den Gewindebolzen an der Rückwand befestigt werden.

Nun folgt die PA-Platine 1: Zuerst wird an diese das längere Stück Koaxkabel angelötet (dient später als Verbindung zur Hauptplatine - RX-Eingang) - und außerdem noch die Verbindung zur HF-Buchse (Litze - ca. 2 bis 3 cm). Zuletzt wird die HF-mäßige Verbindung zur PA-Platine 1 hergestellt.
Jetzt kann die Platine montiert werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, daß der dreipolige Steckverbinder in den Stecker auf der PA-Platine 2 ordentlich einrastet.
Auf dem Bild ist der betreffende Ausschnitt dargestellt - die Rückwand ist bereits montiert, die rote Litze mit den beiden Ferritperlen und die Koaxkabel gut erkennbar, gleichfalls die Verbindung zur HF-Buchse (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Einbau von Hauptplatine und Fronteinheit

Die Hauptplatine wird über vier Abstandshülsen und M3-Schrauben mit den Gehäuseseitenteilen verbunden. Dabei hat es sich als sinnvoll erwiesen, die Hülsen vor dem Zusammenbau mit etwas elastischem Kleber an den Seitenteilen zu fixieren.
Die Hauptplatine wird zunächst mit den Seitenteilen verschraubt, aber die Schrauben noch nicht fest angezogen. Als nächstes folgt die Montage der Bodenplatte.

Anschließend wird die Fronteinheit eingesetzt, das ganze sorgfältig ausgerichtet und die Plexiglasfrontplatte mit den Seitenteilen verschraubt. Die Fronteinheit wird später mit der Hauptplatine über die Potianschlüsse verbunden, deshalb ist hier exaktes Arbeiten angesagt.
Erst wenn alles gut sitzt, können die vier M3 Schrauben für die Hauptplatinenbefestigung angezogen werden. Zum Gegenhalten an den Muttern eignet sich ein Schraubenzieher oder ein flaches Holzstückchen recht gut. Ist alles soweit befestigt, wird die Bodenplatte wieder abmontiert und die entsprechenden Potianschlüsse mit der Hauptplatine verlötet. Anschließend sind noch die überstehenden Anschlüsse des HF-PWR- und des Notch-Potis mit dem Seitenschneider gut zu kürzen.

Wichtig ! Vergessen Sie die Masseverbindung zwischen Haupt- und Frontplatine nicht. Dafür genügt ein Stückchen von der beiliegenden dünnen Litze. Diese Verbindung ist für die Funktion des Transceivers von großer Bedeutung !

Montage von Kabelbaum, VFO und Rückwand

Das Gerätchen sieht jetzt schon ganz passabel aus, aber man erkennt auch, daß es nach dem Anschrauben der Rückwand etwas eng wird. Deshalb ist nun der günstigste Zeitpunkt, den Kabelbaum einzufügen.
Als erstes sind die drei Koaxkabel auf die benötigte Länge zu kürzen und sauber vorzubereiten. Zur Festlegung der Länge schließt man den VFO-Stecker an, und stellt den VFO mitsamt dem Kabelbaum probehaber an seinen späteren Platz im Gehäuse. Nun kann man die Kabel entsprechend kürzen und in Ruhe vorbereiten. Anschließend wird der VFO wieder vom Kabelbaum getrennt und die drei Kabel sauber eingelötet.

Als nächstes werden die restlichen Kabel des Kabelbaumes, die an die Hauptplatine gehören, angelötet. Bevor die Rückwand endgültig angeschraubt wird, ist noch die Mikrofonbuchse und der Lausprecherausgang anzuschließen, sowie die HF-Verbindung von der PA-Platine 1 zum RX-Eingang herzustellen.

Nun wird der VFO eingebaut, der VFO-Deckel kann für eventuelle Einstellarbeiten offenbleiben. Nach dem Anschrauben der Rückwand ist der Transceiver jetzt nahezu komplett.

Ausführen der restlichen Verdrahtung

Zunächst werden die drei kleinen Kippschalter wieder in die Frontplatte eingesetzt. Anschließend erfolgt die Verdrahtung der Schalter für Notch/Peak und RIT gemäß Bauanleitung.
Der Schalter ganz links bleibt erst einmal frei - er kann z.B. für eigene Anwendungen genutzt werden. Das HF-Kabel zum PA Eingang ist anzuschließen und die beiden Schalter für Betriebsspannung und SSB/CW müssen noch verdrahtet werden.

Fehlt nur noch das Hauptabstimmpoti - vor dessen Einbau ist noch am Punkt FP1 (siehe Bild 12 der Bauanleitung) ein Stückchen Litze - ca. 5 cm lang - anzulöten. Danach kann das Poti eingebaut und verdrahtet werden. Der Aufbau des Tansceivers ist damit abgeschlossen und einer Inbetriebnahme steht nichts mehr im Wege.

Beschaltung des 6-poligen Mikrofoneinbausteckers

Mikrobuchse QRP-99 6-pol. Mikrobuchse

Da seit Mitte 2008 nur noch Mikrofone mit 6-poliger Buchse ("Stecker") verfügbar sind, möchte ich hier die Beschaltung des entsprechenden Einbausteckers - ergänzend zur Bauanleitung - zeigen.

Die Kennzeichung der Lötstifte ist nicht besonders gut, man muß sehr genau hinsehen. Bei der hier dargestellten Position befindet sich die Rastnase oben.

Achtung ! Die Punkte 2, 4 und 6 sind am Mikrofon ebenfalls belegt ! Sie bleiben aber hier unbeschaltet.

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